Stapflehus

Landwirtschaftsmuseum

Museum am Lindenplatz

Textilmuseum

Dorfstube

Vitra Design Museum

         
   Weil am Rhein
   Museen - Links
   Ausstellungen
   Onlinetour Weil
   Impressum

   zurück
    
   
    

Pulsierendes Leben zeigen die städtischen Museen in Weil am Rhein. Sie schärfen die Wahrnehmung für das
erlebbare Umfeld am Wohnort, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Und sie schaffen damit eine Voraussetzung, um
das eigene Leben und seine Umgebung aktiv mitgestalten zu können. Die städtischen Museen in Weil am Rhein werden diesem Anspruch gerecht, indem ihre Ausstellungen Wahrnehmungen im Alltag schärfen und Hintergründe vermitteln. Die Ziele der Weiler Museen wurden auf vier Häuser verteilt. Während das Museum am Lindenplatz an einem der historischen alten Ortskerne des früheren Dorfes Weil mit einem engagierten Museumskreis Sonderausstellungen zu aktuellen wie historischen Themen veranstaltet, werden in drei kleineren Museen typische und prägende Themen in den Zusammenhang ihrer Umgebung gestellt. Landwirtschaft und Textilindustrie waren wichtige Erwerbszweige in der Geschichte der Stadt zwischen Schwarzwald und Rhein.
 

             

Während das Landwirtschaftsmuseum hinter der städtischen Galerie Stapflehus das ländliche Erwerbsleben im 19.Jahrhundert dokumentiert, zeigt das Museum Dorfstube Ötlingen die traditionelle Wohneinrichtung einer Bauernfamilie. Im Museum Weiler Textilgeschichte (Teil des Kulturzentrums Kesselhaus im Stadtteil Friedlingen) werden hundert Jahre Textilgeschichte in der Stadt in der ursprünglichen Arbeitsumgebung einer Seidenstoff-
weberei beleuchtet.
 
Mit dem privaten Vitra Design Museum findet der Besucher in Weil am Rhein ein weltberühmtes Museum, das von einem einzigartigen Architekturpark umgeben ist.

Neue Dauerausstellung im Nebengebäude des Museums am Lindenplatz eröffnet
Hans-Theo Baumann - Kunst und Design


Als eine "Hommage an Hans-Theo Baumann", der als Designer immer auch ein großer Künstler blieb" bezeichnet die Stadt Weil am Rhein die neue Dauerausstellung in einem eigens dafür erweiterten Trakt des Museums am
Lindenplatz, die am Sonntag, den 11. Juli von Oberbürgermeister Wolfgang Dietz und Professor Dr. Florian Hufnagel von der Pinakothek der Moderne in München im Beisein des Künstlers, Gestalters und Designers eröffnet worden
ist.
Der offizielle Name des Ausstellungsraumes im Nebengebäude des Museums lautet
"h.-th. Baumann, kunst& design 1950-2010".
 
Kulturamt und Museumskreis haben in den letzten zwölf Jahren alle Räume des Museums für Sonderausstellungen zu unterschiedlichsten Themen genutzt, während Dauerausstellungen über arbeits-geschichtliche Themen wie Landwirtschaft und Textilgeschichte in den Filialmuseen zu sehen sind.
Die neue Design-Sammlung wird in einem Nebengebäude, das über eine Stahlbrücke erreichbar ist, die einzige Dauerausstellung darstellen. Sie stellt das Lebenswerk eines Menschen dar, der in Weil am Rhein aufgewachsen ist und wie nur wenige andere Menschen im Deutschland des 20. Jahrhunderts Design und Gestaltung im Alltag mitgeprägt hat.
Professor Baumann hat aber auch internationale Design-Geschichte geschrieben. Zur Vernissage kamen
zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland, darunter auch Professor Hufnagel aus München, Professor Jöppien aus Hamburg, Professor Arno Votteler, Dr. Albrecht Bangert und viele weitere Weggefährten von Hans Theo Baumann.

Mit der Eröffnung des Raums wird ein Buch in der Arnoldschen Verlagsanstalt veröffentlicht, das als Katalog der Sammlung dienen könnte. Florian Hufnagel und Rüdiger Jöppien dokumentieren in "Hans Theo Baumann. Design"
das faszinierend vielfältige Lebenswerk des in Schopfheim lebendenDesigners.

Eine Publikation über hervorragendes Design im Alltag. Baumann versteht Design von industriell gefertigten Massenprodukten als Kunst, die sich nützlich macht. Hans-Theo Baumann hat das Design in der Bundesrepublik
Deutschland von der Nachkriegszeit bis heute entscheidend geprägt. Seine Entwürfe sind überall anzutreffen: in unseren Küchen, Ess- und Wohnzimmern in Form von Möbeln, Geschirr, Glas und Besteck. Die von ihm entworfenen
Objekte zeichnen sich durch klare Linien und hohe Funktionalität aus.
Weltweit wurden seine Entwürfe von führenden Unternehmen realisiert, und seine Arbeit als Präsident des Verbandes Deutscher Industriedesigner hat maßgeblich das Berufsbild des Designers geprägt. Die Publikation schließt nun endlich eine Lücke und bietet einen möglichst vollständigen Überblick über die vielen Entwürfe von Hans-Theo Baumann für die verschiedensten Bereiche: Porzellan, Keramik, Möbel, Beleuchtung, Glas, Bestecke und Gerät, Textil, Kunststoff sowie Holz. Eine Entdeckungsreise zum Ursprung unserer Gebrauchsgegenstände.
Der Band aus der Arnoldschen Verlagsanstalt ist für €49,80 im Museum am LIndenplatz und im Buchhandel erhältlich.

Professor Dr. Florian Hufnagel führte bei den Ansprachen in der Kirche neben dem Museum in die Ausstellung einf. nachdem Oberbürgermeister Wolfgang Dietz vielen Menschen gedankt hatte, neben dem Designer und seiner
Ehefrau Luise vor allem auch dem Architekten Heinz Karcher. "Hans Theo Baumann zählt zum Urgestein des deutschen Design" sagte Professor Hufnagel.. Seine Entwürfe haben Geschichte geschrieben. Sein Anspruch ist
ganzheitlich, seine Tätigkeit ebenfalls. Hans Theo Baumann hat unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in der Waldsassener Glashütte Lambertz seine Glasarbeiten gefertigt, die wir heute als Studioglas bezeichnen würden. Nur
diesen Begriff gab's zu dieser Zeit noch nicht – und leider kennt auch kaum jemand diese frühen Arbeiten. Wohl aber seine späteren Glasentwürfe für Süssmuth, Gral, Rheinkristall oder Daum, denn die schrieben wie gesagt
Geschichte wie auch seine Porzellanentwürfe für Rosenthal, Schönwald, Thomas, Arzberg, Tirschenreuth oder die Staatliche Porzellanmanufaktur Berlin.
 
Weitgehend unbekannt geblieben ist auch sein futuristischer Stuhlentwurf für Vitra – ebenfalls unmittelbar nach dem Krieg – all zu schwierig waren damals noch die Produktionsverhältnisse. Aber er begründete damit den Anfang einer Reihe von Ikonen des Möbeldesigns.
Deutlich vor der Gedächtniskirche in Berlin entwickelte er für Egon Eiermann, den Stararchitekten der jungen demokratisch geprägten Bundesrepublik, 1951/53 für die Matthäuskirche in Pforzheim den farbigen, mosaikartigen Glasbaustein der phänotypisch für seine Zeit werden sollte.
Zusammen mit Karl Dittert, Herbert Hirche, Günter Kupetz, Peter Raake, Rainer Schütze, Hans Erich Slany und Arno Votteler gründete er 1959 den Verband Deutscher Industrie Designer und – wenn wir heute über Globalisierung sprechen – so arbeitete der Entwerfer bereits Anfang der 1980er Jahre in Japan mit Glas- und Porzellanfirmen.
Kurz: fast ein halbes Jahrhundert prägten die Arbeiten von Hans Theo Baumann deutsches Design.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind dem Museum am Lindenplatz angepasst.
Die nächste Besichtigungsmöglichkeit ist nach der Vernissage der neuen Sonderausstellung "Liebe ist......"
am Sonntag, den 25. Juli 2010 um 11.15 Uhr und von 14.00 bis 18.00 Uhr
dann jeweils samstags von 15.00 bis 18.00
und sonntags von 14.00 bis 18.00 Uhr.
Führungen auf Anfrage (Telefon 07621 -79 22 19).